MdL Stefan Ebner (2.v.r.) mit Josef (l.), Johannes (2.v.l.) und Martin Weber (r.) von Weber Architekten.
„Hier werden komplexe Projekte für unsere Gemeinden gestemmt – von Schulen und Kindergärten über Feuerwehrhäuser bis hin zu Tiefbaumaßnahmen wie Straßensanierungen oder Wasserversorgungen“, betonte Ebner beim Besuch. „Solche Betriebe sind für die Entwicklung unserer Region enorm wichtig. Deshalb interessiert mich: Was läuft gut – und wo brauchen Kommunen und Planer bessere Rahmenbedingungen?“
Das Familienunternehmen mit Seniorchef Josef Weber sowie seinen Söhnen Johannes und Martin Weber beschäftigt aktuell rund 40 Mitarbeitende. Gemeinsam deckt das Team Architektur, Bauingenieurwesen, Tragwerksplanung und Tiefbau ab – mit Erfahrung aus über drei Jahrzehnten. Gegründet wurde das Büro 1991 und entwickelte sich Schritt für Schritt zu einem breit aufgestellten Architektur- und Ingenieurbüro. Wichtige Meilensteine waren der Aufbau zusätzlicher Fachbereiche wie Tragwerksplanung und Vermessungstechnik sowie die Übernahme der „Architekturschmiede“ in Kirchdorf im Wald im Jahr 2024. In diesem Jahr feiert das Unternehmen sein 35-jähriges Bestehen.
Im Gespräch mit MdL Ebner schilderte die Geschäftsführung, wie stark sich der Berufsalltag verändert hat. Während im Tiefbau vergleichsweise wenige Gewerke zu koordinieren sind, müssen im Hochbau heute teilweise bis zu 25 Gewerke zusammengeführt werden. Gleichzeitig treiben steigende Anforderungen – etwa beim Brand- und Schallschutz – die Kosten. Immer häufiger stelle sich deshalb die Frage, ob einzelne Standards noch im richtigen Verhältnis zum Nutzen stehen.
Ein weiteres Thema war das Vergaberecht. Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs müssen sämtliche Planungsleistungen eines Projekts zusammengerechnet werden. Überschreitet das Gesamtvolumen 215.000 Euro, ist eine europaweite Ausschreibung verpflichtend. „Früher konnten die einzelnen Leistungen getrennt betrachtet werden. Heute führt die neue Auslegung dazu, dass selbst überschaubare Projekte plötzlich europaweit ausgeschrieben werden müssen“, schilderten die Geschäftsführer.
Auch in der Bauleitplanung beobachten die Planer zunehmende Verzögerungen durch umfangreiche Abstimmungen mit Fachstellen, etwa im Natur- oder Schallschutz. „Niemand stellt Natur- oder Lärmschutz grundsätzlich infrage“, betonte die Unternehmensführung. „Aber wenn Detailfragen ganze Verfahren dominieren und Planungen unkalkulierbar werden, belastet das am Ende Gemeinden, Planer und Bürger gleichermaßen.“
Positiv bewerteten die Architekten hingegen die elektronische Einreichung von Bauanträgen. Sie spare rund 30 Prozent Zeit und erleichtere die Zusammenarbeit mit den Behörden deutlich.
Als Arbeitgeber setzt Weber Architekten bewusst auf den ländlichen Raum. „Wir wollen jungen Menschen zeigen, dass man hier vor Ort hervorragende Architektur und Ingenieurleistungen erbringen kann – in einem Team, das zusammenhält, und in einer Region mit hoher Lebensqualität“, so die Geschäftsführung.
Für Abgeordneten Stefan Ebner wurde beim Besuch deutlich, welche Rolle regionale Planungsbüros für die Entwicklung der Kommunen spielen: „Wer vor Ort plant, kennt die Bedürfnisse der Gemeinden und die Besonderheiten unserer Region. Dieses Know-how ist ein echter Standortvorteil!“ Zugleich stellte der Abgeordnete mit Blick auf die über die Jahre stetig gestiegenen Kosten im Baubereich heraus, dass der Freistaat Bayern und insbesondere die CSU-Fraktion durch die Modernisierungsgesetze der Bürokratie auch beim Bauen den Kampf angesagt habe: „Mit unserer Entbürokratisierungsoffensive haben wir den Fokus auf Entschlackung des Baurechts, Beschleunigung von Baugenehmigungen und Förderung günstigen Wohnraums gelegt.“, erläutert der Abgeordnete. „Freilich bleibt aber noch viel zu tun, denn grundsätzlich muss man sich immer fragen: Müssen die Standards so hoch sein? Wo macht das überhaupt Sinn und wo verteuert es das Bauen einfach nur unnötig?“ Und weiter: „Wenn die Kosten so hoch werden, dass sich viele Menschen und Familien das Bauen nicht mehr leisten können, platzen Träume vom Eigenheim. Das berührt das Gerechtigkeitsempfinden und ist dann auch eine soziale Frage“ so Stefan Ebner. Der Landtagsabgeordnete sagte in diesem Zusammenhang zu, die angesprochenen Punkte in die politische Diskussion einzubringen.