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16.06.2026 | München/Regen.

„Drumherum“ in Regen: Hoher Besucherandrang stellte Waldbahn auf die Probe

MdL Stefan Ebner fordert sachliche Aufarbeitung und weitere Verbesserungen

Das weit über die Region hinaus bekannte Volksmusikereignis „drumherum“ hat auch in diesem Jahr am Pfingstwochenende wieder tausende Besucher nach Regen gelockt. Der große Andrang brachte jedoch die Verkehrsinfrastruktur, insbesondere die Zugverbindung mit der Waldbahn, an ihre Grenzen. Die Situation war nun Thema im Bauausschuss des Bayerischen Landtags. Dabei wurde deutlich: Bei aller berechtigten Aufarbeitung muss der Blick auf die Fakten gerichtet bleiben, statt die Ereignisse politisch zu überhöhen. MdL Dr. Stefan Ebner nahm als Vertreter des betroffenen Stimmkreises an der Sitzung teil, obwohl er kein ordentliches Mitglied des Ausschusses ist. Aufgrund des Bezugs zu seinem Stimmkreis war ihm die Teilnahme aber persönlich wichtig. Vor Ort war ebenfalls Landrat Dr. Ronny Raith.

Zugverkehr beim "drumherum" in Regen: MdL Stefan Ebner mahnt sachliche Aufarbeitung an.
Im Ausschuss berichtete das zuständige Ministerium gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Waldbahn, Eugen Rubinstein sowie einem Vertreter der Bayerischen Eisenbahngesellschaft ausführlich über die Hintergründe der aufgetretenen Schwierigkeiten und arbeitete die Abläufe während der Veranstaltung umfassend auf.

Infrastrukturstörungen als Hauptursache 
Wie aus dem Bericht hervorging, hatte die Länderbahn im Vorfeld ein umfangreiches Betriebskonzept entwickelt und zusätzliche Kapazitäten bereitgestellt. Sämtliche verfügbaren Fahrzeuge wurden mobilisiert und sogar eigenfinanzierte Zusatzmaßnahmen umgesetzt, um dem erwarteten Fahrgastaufkommen gerecht zu werden. Dennoch kam es zu Problemen und die Analyse der Länderbahn macht deutlich: Die erheblichen Verspätungen und Einschränkungen waren überwiegend auf infrastrukturseitige Störungen zurückzuführen – insbesondere im Bereich der Stellwerk- und Weichentechnik sowie auf der überwiegend eingleisigen Strecke. Diese führten zu Kettenreaktionen im gesamten Netz mit zahlreichen Folgeverspätungen.

MdL Ebner mahnt Sachlichkeit an 
MdL Dr. Stefan Ebner begrüßte die umfassende Aufklärung: „Ich verstehe den Unmut der Fahrgäste. Wenn man teilweise fast zwei Stunden im Zug sitzen musste, ist das sehr ärgerlich. Deswegen muss man den Ursachen auf den Grund gehen. Im Ausschuss sind die Gründe ausreichend dargelegt worden und wichtig ist: Es waren technische Gründe, die einmalig waren und keine dauerhaften, strukturellen Probleme.“

Ebner plädierte auch für eine differenzierte Betrachtung: „Halten wir fest: Die Waldbahn zählt auf vielen Streckenabschnitten zu den pünktlichsten in ganz Bayern. Diese Leistung darf man bei aller berechtigten Kritik nicht schlechtreden.“ Zugleich betonte Ebner ausdrücklich die Vorleistungen der Länderbahn beim „drumherum“ am Pfingstwochenende: „Ich bedanke mich bei der Länderbahn für die transparente Darstellung. Es wurde klar dargelegt, dass die Ursachen überwiegend in Infrastrukturstörungen liegen und nicht in mangelnder Vorbereitung der Länderbahn selbst. Die zusätzlichen Kapazitäten waren vorhanden, konnten aber durch die außergewöhnliche Situation nicht immer wie geplant eingesetzt werden.“ Der Abgeordnete fügt hinzu: „Früher wurden keine zusätzlichen Waggons eingesetzt und die Taktung nicht verdichtet. Umso erfreulicher ist es, dass die Länderbahn diese Maßnahmen auf eigene Kosten angeboten hat und dies auch künftig ermöglichen will.“

Große Belastung durch außergewöhnliche Situation
Neben den technischen Problemen spielte auch das außergewöhnlich hohe Fahrgastaufkommen eine entscheidende Rolle am „drumherum“-Wochenende. Verlängerte Ein- und Ausstiegszeiten sowie ungleich verteilte Fahrgastströme verschärften die Situation zusätzlich. Zudem wurde im Bericht deutlich, dass es vereinzelt auch zu Übergriffen auf Bahnpersonal kam – ein Umstand, den Ebner klar verurteilte.

Konsequenzen und Ausblick
Für MdL Ebner steht fest: „Entscheidend ist, dass wir konsequent an der Verbesserung von Infrastruktur, Taktung und Stabilität der Zugverbindungen arbeiten. Gerade bei Großveranstaltungen wie dem ‚drumherum‘ müssen wir die Erfahrungen sauber auswerten und die richtigen Schlüsse ziehen.“ Mit Blick nach vorne bezeichnete Ebner das kommende Pichelsteinerfest in Regen als nächste Bewährungsprobe für das Zusammenspiel von Schiene und ergänzenden Verkehrsangeboten. Er regt an, zu prüfen, inwieweit ergänzende Angebote – etwa ein abgestimmter Buspendelverkehr, eine weitere Taktverdichtung oder zusätzliche Waggons – die Situation entzerren könnten. Denn: „Eine verlässliche und leistungsfähige Infrastruktur, auf die sich die Menschen auch bei großem Andrang verlassen können, ist zentral für unsere Region.“, betont Ebner und sicherte den Beteiligten seine Unterstützung zu. Abschließend merkt er an: „Als örtlicher Stimmkreisabgeordneter ist es mir sehr wichtig, das konstruktive Miteinander zwischen Politik, Länderbahn und Bayerischer Eisenbahngesellschaft zu erhalten. Dazu gehört das direkte Ansprechen von Problemen, ohne sie aber zum Politikum zu machen.“